Donnerstag (3:11, 6:11, 4:11)

„Wow, der hat dich echt paniert.“
„Ja.“
„Beim zweiten Satz dachte ich, du kommst nochmal.“
„Keine Chance.“
„Da hast du drei Punkte hintereinander gemacht.“
„Ja, aber ich brauch elf.“
„Da hätte das alles nochmal kippen können.“
„Ach. Das ist Sport. Lauter Zufälle.“
„Danach sah’s nicht mehr nach Zufall aus.“
„Ich weiß.“
„Ich hab‘ schon vorher gesehen, dass du die Bälle ins Netz haust.“
„Ja, ich auch.“

„Hast du dran geglaubt, dass du gewinnen kannst?“
„Nein. Ich glaub‘ sowas erst, wenn’s soweit ist.“
„Gestern war’s soweit.“
„Ja, das ist kompliziert.“
„Meinst du Verlieren oder Gewinnen?“
„Beides.“
„Vielleicht gibt’s ja was dazwischen.“
„Ich glaube, das ist auch kompliziert.“

„Das ist ja alles nur ein banales Spiel.“
„Ja, aber wenn man da gewinnt, hätte man schon mal nen Fuß in der Tür. Gewinnen funktioniert doch immer ähnlich.“
„Musst du woanders auch Schmettern und Schneiden, wenn du gewinnen willst?“
„Jetzt fühlt es sich so an, als müsste ich es.“

„Glaubst du, es ist eine Leistung, sich über einen Sieg freuen zu können?“
„Ja. Ich glaube, das ist genauso wichtig, wie das Spiel.“
„Ich verstehe dieses Leistungsprinzip nicht.“
„Das Prinzip ist: es geht immer wieder neu los. Das Ergebnis nützt dir jetzt schon nichts mehr.“
„Dann ist es doch eh sinnlos, sich zu freuen.“
„Nein. Eins bleibt vom Ergebnis: wie du dich dabei gefühlt hast.“
„Als könnte ich das alles selbst beeinflussen.“
„Kannst du.“

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